Faule Säcke
Mediziner hocken jeden Tag von 8 bis 17 Uhr in der Uni und bereiten sich am Abend auf den nächsten Tag vor - klar, davon hört man, wenn man sich für ein Medizin-Studium interessiert. Und es stimmt: Während Studenten anderer Fächer abends ausgehen oder einfach mal einen Tag frei haben, muss ich lernen
So beginnt ein Artikel bei Spiegel.de. Sicher, es gibt einige Studiengänge, die deutlich weniger zeit- und arbeitsaufwendig sind als Medizin. Aber ganz so schlimm wie oben beschrieben is es ja nun auch wieder nich. Ich halte mich nicht für übermäßig intelligent u. bin nicht sonderlich ehrgeizig. Das einzige, was ich wirklich und verdammt stark ausgeprägt bin, ist zum himmelstinkend faul. Sicherlich gab es einige Prüfungen, für die ich mich richtig auf den Arsch gesetzt habe. Und es gab auch einige Tage, an denen die erste Veranstaltung um 8.00 Uhr begann und die letzte um 19.00 Uhr aufhörte. Aber die Regel is das nich. Und wenn das da oben der regelhafte Tagesablauf für die meisten Medizinstudenten ist, bin ich eben die Ausnahme. Das stressige an dem Studium is nicht die Masse oder das Niveau des Stoffes. Eher im Gegenteil. Der Stoff, der dargeboten wird, ist meist eher leichte Kost. Das Problem sind die langen und häufigen Pflichtveranstaltungen, bei denen aber eben kein Stoff rüberkommt. Die Prüfungen sind haarig. Manche Scheine bekommt man geschenkt, andere Klausuren verlangen Stoff ab, der nie gelehrt wurde. Das Problem is also nicht, den Stoff zu lernen, sondern zu wissen was man lernen muss. Auf die darauf folgende logische Schlussfolgerung, dass man dann eben alles lernen müsste, habe ich mich nie eingelassen. Mut zum/zur (G)Lück(e)...
Ich jammer zwar auch immer viel, aber letztendlich hab ich mir das Medizinstudium deutlich schlimmer vorgestellt. Selbst ein fauler Sack wie ich kann mit einem seinem naturell entsprechenden Arbeitsaufwand durch das Studium kommen. Vielleicht sogar in Regelstudienzeit...
