Die Nordmanntanne
Die Nordmanntanne
Hannes, Otto und der Fritz,
stehen eingehüllt in Schal und Mütz,
ratlos neben ihrem Jeep,
der fieserweise liegenblieb.
Ausgerechnet jetzt die Panne,
mit der schönen Nordmanntanne
die da liegt im Kofferraum,
und ist gedacht als Weihnachtsbaum.
Von Autotechnik keine Ahnung,
stellt man das Dreieck auf zur Warnung.
Um zu warnen den Verkehr,
obwohl die Straßen menschenleer.
Otto fragt: "Was tun wir nun?"
Und Hannes sagt: "Man tut nicht tun.
Rufen wir den ADAC
der wird uns ziehen aus dem Schnee."
Fritz nickt und greift sich in die Taschen,
guckt verstört und kanns nicht fassen.
"Man, das ist der blanke Hohn,
hab ich doch glatt kein Telefon."
„Es nützt kein frieren in dem Eise,
schnappt den Baum, los geht die Reise!
Er wird ersehnt von den Verwandten,
(von der Nichte, von den Tanten).“
Den Baum geschultert in einer Reih´,
marschier´n sie los, die tapfren Drei.
Die Schritte waren groß und eilig,
der Abend schon spät und außerdem Heilig!
Die Schritt´ zu schnell, der Fritz rutscht weg
Und fliegt im Bogen in den Dreck.
In der Pfütze nebenan,
liegt außerdem die Nordmanntann´.
Hannes und Otto bleiben stehen,
und schreien entsetzt als sie das sehen:
In der Pfütze liegt der Fritze,
in der Hand die Tannbaumspitze.
„Wie sollen wir uns ohne Baum,
denn jetzt bloß noch nach Hause trau´n?
Und ob man ohne Baum das Fest,
nicht gleich am besten bleiben lässt?“
Leise schleichen sich die Drei ins Haus,
halten es vor Scham kaum aus.
Dass sie das Pech nun beichten müssen,
zerrt doch arg an dem Gewissen.
Doch in der Stube nur strahlende Gesichter,
alle erhellt durch Kerzen und Lichter,
angebracht an einer schönen Fichte.
„Hab ich besorgt!“, ruft fröhlich die Nichte.

3 Kommentare:
Die Anspielung an Poe hat mir besonders gut gefallen.
Entschuldige meine präklausur Begrenztheit. IST DAS VON DIR? Gruss, Ralf
Wenn ich Gedichte klauen würde, um sie hier zu posten, dann schon was besseres... ;)
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