Wochenende. Kurz und knapp.
Am Freitag fand ich ein Schlüsselbund am S-Bahnhof. Da war ein kleines Täschen dran, und in dem fand ich ein Zettel mit ´ner Handynummer.
Freundlich wie ich bin, nahm ich den Schlüssel an mich und rief die Nummer an. Die Frau, die ich an die Strippe bekam, vermisste aber keinen Schlüssel und konnte sich auch gar nich vorstellen, wer ihre Nummer mit sich führte. Einen entscheidenen Schritt weiter kamen wir dann endlich, als wir feststellten, dass ich in Hamburg und sie in Bremerhaven war. Somit war die Besitzerin dann doch schnell eingekreist.
Die meldete sich auch noch am Abend bei mir, als ich mich auf der Medizinerparty befand. Da wollte ich eigentlich mit dem Auto hinfahren, weil ich am Samstag arbeiten musste, und ich es nich so doll treiben wollte. Mein PKW sprang aber nicht an. Dazu passte, dass das Radio zwar eingeschaltet war, aber keinen Ton von sich gab.
Also dann doch mit dem ÖPN zur Party.
Dort verabredete ich mich telefonisch mit der Schlüsselfrau für Samstag um 10 zur Übergabe. Die Party war sehr nett und da ohne Auto auch feucht-fröhlich. Bei mir hielt sich das "feucht" noch einigermaßen in Grenzen, aber einige Zeitgenossen waren da um einiges weiter. So möchte ich z.B. nicht noch einmal erleben, dass O.J. aus H. plötzlich hinter mir steht und mir, während ich uriniere..., auf die Schulter klopft und dies lautstark mit "Schön machst du das!" und anderen Lobesbekundungen untermalt...
Um 4.30 Uhr fand ich in mein Bett.
Wer am nächsten morgen um 10 erstmal an der Tür klingelte waren die Zeugen Jehovas. Die vermissten keine Schlüssel, sondern gierten natürlich nur nach einem neuen Schäfchen. Danke, nein.
Um 11 kam dann die Trullse und holte ihren Schlüssel ab. Meine Spekulationen auf einen kleinen Finderlohn (es waren dutzende Schlüssel von Fahrrad- bis Sicherheitsschloss...) wurden beim Anblick der Frau sofort im Keim erstickt. Das Batik-T-Shirt, das selbstgestrickte Wolljäckchen, der Kommunen-Jargon, ihr komischer langhaariger Freund und der Geruch (könnte einfach alter Schweiß gewesen sein, oder aber auch so komische Bio-Seife... Die Unterscheidung is da nich so ganz einfach... Vorurteilsfrei wie ich ja nunmal bin, tippe ich auf die Seife...) änderten meine Erwartungen richtigerweise in Richtung null.
Also dann Spätdienst auf der Unfallchirurgie. Verbrachte einen ruhigen Dienst mit nem netten Kollegen. Es war nicht so viel zu tun, aber pünktlich zum Anstoß Deutschland-Tunesien bekam eine Patientin das kotzen. Im wahrsten Sinne und schon vor dem Spiel...
Die Abschluss-Runde während eines Fussbalspiels zu machen ist auch immer gut, denn dann wollen die Männer sowieso nix von einem.
Zum Frühdienst am Sonntag kam ich auch erstaunlich gut hoch und der ging auch erstaunlich schnell vorbei. Anschließend gabs noch ein Eis und ein paar Bierchen mit einer alten Kollegin auf dem Bergedorfer Rosenfest.
Fortgesetzt wurde das beim Griechen mit nem weiteren Stoss alter Kollegen. Dort übte ich Zurückhaltung, was mir auch einigermaßen gelang (im Gegensatz zum letzten Mal...). Mein Glück war wahrscheinlich, dass Griechenland gegen Japan verloren hat und Apostulus ein bißchen geizig mit Ouzo war.
So lag ich relativ früh im Bett, fand aber trotzdem keinen Schlaf, weil die Dame, die über mir wohnt, heftigste Korpulationsjauchzer von sich gab. Da es warm war und meine sowie ihre Fenster dementsprechend geöffnet, war der Lautstärkepegel enorm und stellte alles bisher Dagewesene in den Schatten. Außerdem konnte ich definitiv hören, dass die Aktion nicht im Bett statt fand. Trotz kurzer Wege in der 32qm 1Raumwohnung musste wohl der Couchtisch herhalten. Vielleicht waren sie aber auch auf dem Balkon. Dies würde die enorme Lautstärke erklären. Außerdem war der ja frisch gesaugt.
Als sie dann fertig fahren wurds auch nicht leiser. Von ruhigem postkoitalen Kuscheln hielten die wohl auch nich viel...
Eigentlich ein ganz normales Wochenende.

8 Kommentare:
typisch , dein frisch verdientes Geld beim Griechen versaufen und dann zu hause vor Frust über die Nachbarin schimpfen. Dabei würdest DU doch auch gern mal auf Ihren Balkon.
Hätte ich gewusst, dass es zu Hause so laut is, und man eh nicht schlafen kann, wär ich einfach beim Griechen geblieben und hätte noch nen Stundenlohn versoffen.
Außerdem hab ich selber ´nen Balkon. Und passendes Zubehör auch...
DU wärst wahrscheinlich froh, wenn Du wenigstens mal jemandem beim Sex zuhören könntest... ;)
vielleicht könnte ich ja mal zugucken ?
Wenn man möchte, dass Leute auch mal einen Kommentar zum Blog abgeben, muss man entweder alberne Pornoausschnitte verlinken oder die kreischende Nachbarin erwähnen. Was seid ihr doch alle schmutzig...
... genau wegen dieser Schmutzigkeit liebtst du uns doch so.... Oder nicht??? :) R.H.
Deswegen und weil ihr alle zu dusselig seid, Eure Namen in das dafür vorgesehene Feld zu schreiben...
ich sag auch mal was. pro forma.
das is schön helge.
da freu ich mich.
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