Letzten Sonntag saß ich umrahmt von Medizinstudenten in einer Lokalität und musste mir das Genörgele anhören von wegen keine Lust auf Uni und so weiter. Dabei hatte die Uni ja noch nicht mal angefangen! Jetzt ist die erste Woche knapp vorrüber und mir ist der anfängliche Enthusiasmus auch abhanden gekommen.
Immer mehr Vorlesungen, die man sich wegen Überfüllung in den Hörsäälen auf dem Boden, Treppe oder sonstwas sitzend antun muss. Ein Chemie-Praktikum, das von einem schmierhaarigen Chemie-Studenten geleitet wird, der nachweislich keine Ahnung von dem hat, was er tut, man 2,5 Stunden von 3,5 Stunden damit verbringt, seine Materialen für die Versuche zusammenzusuchen und der dusselige Student alles grinsend mit "geil" und "cool" kommentiert.
Und plötzlich wird das Biologiepraktikum nicht mehr von einer oberflächligen Zonentruse geleitet, der es wurscht war, ob oder wie man seine mikroskopierten Präperate gezeichnet hat, sondern von einem ambitionierten, promovierten bis habilitierten Dreier-Gespann, die sich jede Zeichnung haben zeigen lassen, künstlerisch-kritisch beäugten und mit Kommentaren von "zu schematisch" über "ein wenig lieblos" bis "hier würde ich den Bleistift fester aufdrücken und die Linie durchgehend zeichnen" versahen!
Ich bin doch nicht in der Abendmalschule, sondern ich will Medizin studieren!
Aber wenigstens gehörte ich nicht zu denen, die letztes Semester eine schimmelige Leiche auf´m Tisch liegen hatten...

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