tuten-und-blasen.de

Ohne Blasen kein Tuten.

Freitag, Mai 31, 2002

Wie gut, daß ich gestern beim Friseur war...
"Ein Tag im Leben eines Unfallchirurgen". Eine Produktion für Focus-TV für Pro-Sieben war heute im Hause. Der diensthabende Oberarzt, auf den sich der Arbeitstitel bezieht, hat sein Büro auf meiner Station. Und er sollte dann, während er ein paar Fragen beantwortete, locker-flockig aus seinem Büro über den Flur und dann von Station gehen. Leider waren meine Kolleginnen etwas zu laut und haben dies beim ersten mal geschmissen. Beim zweiten Versuch war es besser, nur daß ich mich nicht habe davon abhalten lassen, meine lieben Patienten nach bestem Wissen und Gewissen zu versorgen. Und so werde ich dann auch irgendwann im Fernsehen in einer gewichtigen Rolle zu sehen sein: wie ich den Essenswagen über Station manövriere....
Nach "Doppelter Einsatz" und "Großstadtrevier" bei meinen vorherigen Arbeitgebern, habe ich es im jetzt endlich mal ins Bild geschafft.... ;-)

Donnerstag, Mai 30, 2002

Wie schlägt man die Zeit an seinem freien Tag tot? Man geht zum Einwohnermeldeamt und zum Frisör und sitzt die Zeit ab. Beim Einwohnermeldeamt habe ich rechtzeitig den Absprung geschafft und den Laden unverrichteter Dinge verlassen. Hab mich aber vorher noch schnell bei einer alleinerziehenden Mutter sehr beliebt gemacht, weil ich ihr meine Nummer und damit bestimmt eine halbe Stunde ihres Lebens geschenkt habe. Beim Friseur schaffte ich den Absprung nicht rechtzeitig und saß da also ne Ewigkeit, um mir innerhalb von ein paar Minuten die Haare kürzen zu lassen. Und ich seh erstaunlicherweise nicht schlechter aus, als vorher. Allerdings auch nicht besser....
Bei Friseur fällt mir noch´n Geschichtchen aus England ein. Ich war mit meiner Schwester Silke in den nobelsten Schops von Brighton unterwegs, weil sie noch was passendes für die Filmpremiere suchte. Sie hatte da so einen Fummel an, und wollte nun von mir wissen, ob das sexy aussehen würde. Das tat es, aber da meine Schwester an diesem Tag eine merkwürdige Frisur hatte, sagte ich aufrichtig und schonungslos, daß das Gesamtbild durch den Kopf (ich meinte die Haare...) etwas an Wirkung verlöre. Etwas geknickt war sie schon und wir verließen den Laden. Prompt zwei Straßen weiter verfolgte uns ein Mädel mit einem Hund und als wir stehenblieben, fragte das Mädel meine Schwester, ob sie ihr gratis die Haare schneiden dürfe...

Sonntag, Mai 26, 2002

Gestern hab ich mir ein Fahrrad gekauft. Das nur nebenbei. Und gestern Abend war ich in der Zappelhalle. Und ich steh da so locker-flockig am Tresen, nippe cool an meinem Bier und verfolge die Mädels mit meinen schönen blauen Augen.
Und plötzlich wird mein arm so warm. Und ich guck mich um und seh da ne Kerze. Ich schieb die Kerze beiseite und widme mich wieder den Mädels. Aber das wird immer wärmer an meinem Arm und ich guck mich wieder um und da steh ich in Flammen. Ich steh am Tresen und brenne.
Das gute Hemd, verdammt.

Donnerstag, Mai 23, 2002

Ein Patient hat heute einen Unterschenkel-Cast (sowas wie ein Gips nur viel leichter) bekommen. Und weil die Patienten teilweise recht lange damit rumlaufen müssen, dürfen die sich die Farbe aussuchen. Er hat rot genommen. Es gibt eine kleine Auswahl an verschiedenen Farben. Eine Kollegin monierte, daß es aber die Dinger aber nicht in entsprechender Farbe zum Kleinen Schwarzen gibt. Worauf ich feststellte, daß dies tatsächlich eine ungehörige Frechheit sei, da es ja schließlich sogar schon schwarze Slipeinlagen gibt. Das führte mich wiederum zu der Idee, ein Patent auf Tampons mit schwarzer Schnur anzumelden...

Ein anderer Patient hat es in die Top3 der lustigsten Verletzungen geschafft. Er saß auf Knien, so daß Ober- und Unterschenkel quasi parallel zueinander waren. In dieser Position hat er sich mit einem Nagelschußgerät einen einen langen Nagel in den Oberschenkel geschossen, der weit bis in den Unterschenkel ragte. Ober- und Unterschenkel waren aneinandergenagelt. Und so wurde er dann auch bei uns eingeliefert.
Leider war der Nagel zu kurz, so daß das Brett auf dem er kniete leider nicht mehr mit dran hing...

Heute hat es mein arbeitgebendes Krankenhaus sogar bis in die BILD-Zeitung geschafft. Allerdings nur, weil ein Patient, der nachts in der Notaufnahme angekommen war, vollkommen auf Drogen, sich plötzlich eine spitze Schere schnappte, drohte sämtlich Patienten abzustechen und durchs Krankenhaus rannte und plötzlich verschwunden war. Ein Großaufgebot der Polizei durchkämmte den ganzen Laden. Er ist jetzt wieder in einem Krankenhaus. Aber das hat Gittern vor den Fenstern und ne Mauer drumherum.

Mittwoch, Mai 22, 2002

Gestern kurz nach´m Dienst beim UCI-Kino angerufen. Nach zigfachen Klingeln, kam dann endlich der Computer. Zuerst gabs so einen furchtbaren, menschenverachtenden UCI-Song, von wegen heile Welt, wenn man die Kohle im Kino läßt. Das Lied war dermaßen penetrant, man hätte am liebsten sofort aufgelegt. Und dann wurde das Lied ab und an von einer stockenden Stimme unterbrochen, die fröhlich und demontivierend sagte: "Sie sind Anrufer Nummer (Pause...) acht in der Warteschleife". Geschlagene 13 Minuten später hatte ich dann die Dame am Hörer, die mein Schlüssel zum unvergesslichen Kinoereignis des Jahres sein sollte. Aber Arbeitslose und Studenten waren schneller, so daß ich, betäubt von der hinterhältigen, musikalischen UCI-Gehirnwäsche mich plötzlich 2 Karten in einem kleinen Saal auf durchschnittlichen Plätzen buchen hörte.
Habe mich selten so als Sklave von Gruppenzwang und Konsumgesellschaft gefühlt.
Stefan gab sich gottseidank mit meinen gebuchten Karten nicht zufrieden und überedete mich kurzerhand zur Spätvorstellung im Cinemax. Und ich muss sagen: es lohnte sich. Ich wurde versöhnt von einem 1000 Plätze Kino mit 230 qm Leinwand und allen Schikanen.
Und der Film war ja auch einigermaßen. Die Spezialeffekte brauchen ja nicht kommentiert werden. Nur das drumherum is ja recht grausam. Selten so emotionslose Schauspieler gesehen, daß sogar die Computeranimationen mehr ausstrahlten. Anderseits brach einem der digitale Yoda schon das Herz...
Christopher Lee wurde wahrscheinlich verpflichtet, weil er für die Rolle nicht neu lernen musste. Bei "Herr der Ringe" war nur der Bart länger.
Und meinen die dieses Liebesgeplänkel ernst? (Bei den Amis ist das zu befürchten....)
Habe auf jeden Fall sehr gelacht und mit mir knapp 1000 andere.

Heute musste ich dann meinen Frühdienst nach 1 Stunde Schlaf herumbekommen. Es war ein harter Tag...



Mittwoch, Mai 15, 2002

die letzen 2 wochen...
mal eben kurz ausm Gedächtnis.
Mit Verena und noch ner Schwäbin in der Betty Ford Klinik in den Mai getanzt. War mindestens doppelt so amüsant, wie es sich anhört.
Am darauffolgenden Freitag war Dorffest in Brinkum und ich war dabei. So mit Zeltdisko upn Dörpn und so. Als wir dann endlich den eigenen Alkohol ins Zelt geschmuggelt hatten und wir richtig gut in Stimmung waren, gabs ne Prügelei und die Band wollte nicht mehr spielen. Egal. Im Jägerstübchen weitergemacht.
Samstag bis in die frühen morgenstunden mit Ingo und Britta schwarzgebrannte Video-CDs geguckt.
Sonntag, Montag und Dienstag den Raubbau am eigenen Körper auskuriert.Mittwoch, 8.05. ins Flugzeug nach London gestiegen, nachmittags in der Sonne Brightons bereits mit Schwester fettige Fish&Chips gegessen und Steine in den Kanal geschmissen. Abends dann mit 3.95 Pfund die teuerste Tiefkühlpizza meines Lebens gegessen (natürlich "Organic".......).
Billy, der Freund von meiner Schwester Silke, zeigte mir nach dem Essen einen Zeitungsartikel. Billy, heißt Billy Cowie und ist Musiker und Dozent an der Uni in Brighton. Eine seiner Studentinnen erregte Aufmerksamkeit, weil sie ihren Namen von Sally Blabla in Billy Cowie änderte. Steht jetzt in ihrem Pass und auf der Kreditkarte. Kost in England grad mal 30 Pfund. Naja, Donnerstag waren im Kino: The tibitian Book of the Dead. Nicht halb so lustig, wie es sich anhört.
Freitag den ganzen Tag Streetperformances beim Brightonfestival angeguckt und Samstag nachmittag ebenso.
Samstag abend war dann ganz spannend. Filmpremiere von Schwesterherzens erstem Film. Naja, ein achtminuten-dreißig Tanzfilm. Wirklich nicht schlecht, hat mir gut gefallen. dance 4 camera hieß die verantstaltung, es gab 11 Filme zu sehen und Skylark, der Film von Silke und Freundin war bestimmt unter den Top 3. Der Film war im Verhältnis zu Silkes anderen Aktionen/Performances usw. recht seriös und so war mir die Anwesenheit auf der anschließenden VIP-Party mit frei Essen und Saufen dann auch nicht peinlich. Außerdem knüpfte ich dann gleich Kontakte mit allen wichtigen Persönlichkeiten aus der Südostenglischen Tanzfilmszene und von dort bis nach Hollywood is es ja bekanntermaßen nur einen Katzensprung....
Am nächsten Tag fetten Hang-Over gehabt und erst gegen abend den Hintern hoch bekommen. Dann traditionsgemäß in der Spielhölle auf dem Pier ein paar Terroristen erschossen, anschließend von Channel 4 über The Last Nazi Secret aufgeklärt (alle Nazis waren schwul...) und dann Bridget Jones´ Diary auf Video geguckt. Der Montag klang mit dem nobelsten und teuerstem Essen aus, daß ich je zu mir genommen habe und gestern landete meine Maschine wieder in der Heimat.
Heute hatte ich dann auch gleich wieder Dienst und durfte einen Jüngling betüdeln, der sich bei einem Motorradunfall eine beidseitige Unterarmfraktur zugezogen hat.
Hat man jemals von einem solchen Pech gehört....?