tuten-und-blasen.de

Ohne Blasen kein Tuten.

Dienstag, März 26, 2002

Melde auf diesem Wege für geraume Zeit erstmal ab. Sitze in einem Zimmer, daß aussieht, als wär heute der 11. September. Hab kein Bock mehr.
Egal, hier gibts mehr, wenn der Umzug abgeschlossen ist.

Montag, März 25, 2002

So, die Party bei Stefan am Samstag war ziemlich genauso exzessiv, wie erwartet. Ein großer Haufen williger Krankenschwestern (bin zum Zweiten Mal einer Schwester Esther über den Weg gelaufen..), nette, alkoholisierte Menschen aus Wuppertal und der depressive Wirt, der hier kürzlich schon Erwähnung fand bildeten eine illustre Runde. Viel Bier half gegen das Brennen beim Wasserlassen, die Käsesuppe brachte die Verdauung wieder in Schwung und so komischer roter Schnaps aus Benzinkanistern gereicht half gegen den emotionalen Waldbrand. Das Feuer is gelöscht, aber es dampft noch...
Die folgende Nacht verbrachte ich mal wieder auf Lenkas Couch. Sie hat endlich eine neue, so daß ich diesmal keinen steifen hatte. Hals mein ich.
Der sonntägliche Spätdienst wurde trotz aller Eskapaden zum Staunen aller Anwesenden und besonders mit selbst mit Bravur gemeistert.
Heute hab ich frei und jetzt tret ich meinem Vermieter mal (wieder) auf die Füsse.

Samstag, März 23, 2002

Jeder kennt das. Die Verdauung spielt nicht mit, beim Wasserlassen brennt es, Lust hat man zu nix und zwar kräftig und der Antrieb läßt zu wünschen übrig. Saisonal bedingt könnte man das jetzt auf die Frühjahrsmüdigkeit schieben. Hinzu kommt, daß mein Vormieter nicht in die Füße kommt, die Bude fertig zu machen, was mir schon jetzt eine Woche Haftverlängerung in der "WG" bescherrt hat. Alles in Allem also alles in Ordnung. Aber mit dieser etwas labilen Grundkonstitution ausgestattet, tat sich vor mir der Boden auf und gleich zwei Schatten der Vergangenheit fielen über mich her. Der erste, kleine Schatten war noch zu verkraften: SMS von Schnucki. Etwas merkwürdig und nicht ganz verständlich, aber hey. Dann, als ob ich nicht besseres zu tun hätte, ging ich gestern nach dem Spätdienst auf Drängen und Bitten von Personen meines engeren sozialen Umfeldes auf die Examensfeier des mir nachfolgenden Kurses am Bergedorfer Krankenhaus. Im meinem, wie gesagt, etwas labilen Allgemeinzustand, bildlich gleichzusetzen mit einem bereits angeschossenem Hirsch, der trotzig vor dem Hochsitz flaniert.
Und der große Schatten aus der Vergangenheit wurde zu Chimäre der Gegenwart... Verkleidet, als wäre er nie ein Schatten gewesen, sondern schon immer der niedlich, flackernde Schein der siebten Kerze auf der Geburtstagstorte eines rothaarigen, sommersprossigen Jungen von der irischen Westküste. Der Wolfs im Schafspelz hat mir sodann auch ein Gespräch aufgezwungen, dem mich beim ersten Mal zu widersetzen wußte, beim zweiten Mal begriff ich sofort, daß Kapitulation der unblutigere Weg sein würde...
Der Schatten, die Chimäre, der Dämon in Frauengestalt, der mich so unendlich viele Nerven und meine Krankenkasse so unendlich viel Geld gekostet hat, bisher erfolgreich ins Exil verbannt, brannte sich urplötzlich, hinterhältig und voller Bosheit wieder ins emotionale Unterbewußtsein meines gegenwärtigen Ichs...
Dieses Brandzeichen war demnach auch stark genug mir den Schlaf der folgenden Nacht zu rauben und mich am heutigen Frühdienst wie eine wandelnde Leiche erscheinen zu lassen.
Darum muss ich jetzt auch ins Bett. Muss fit sein für den Kampf des heutigen abends. Emotionale Flächenbrände werden gelöscht werden, und zwar mit Alkohol. Auf Stefansgeburtstagsfeier. Prost!

Montag, März 18, 2002

Komme gerade vom Badminton spielen. Hölle, das tut jetzt schon weh, freu mich schon auf den Muskelkater morgen.
Nächsten Samstag is Party bei Stefan und ich freu mich jetzt schon. Das wird ein wahsinniges, menschenrechtsverletzendes Gelage werden, wie ich es mal wieder brauche. Da is es von Vorteil, daß Stefan in einer Mitarbeiterwohnung des Krankenhauses wohnt: sie ist behindertengerecht.

Sonntag, März 17, 2002

Werde in letzter Zeit öfter mal aus der Bude geschmissen, damit sich meine potentiellen Nachfolger mein Gemach angucken können. Da es vorwiegend hübsche, junge Studentinnen sind, hab ich denn vorher auch immer einigermaßen aufgeräumt und neben den "Spiegel" dann auch gleich das neue Buch von Eco gelegt. Vielleicht nützt es ja was... Aber dann hätte ich wohl auch das "Pflege heute"-Buch verstecken müssen...
Andererseits hätte ich von dem Mädel ja auch nix, denn wer will schon ´ne Ollsche mit so einer nervigen Mitbewohnerin?

Mittwoch, März 13, 2002

Gestern war ich mit Stefan unterwegs. Der Abend war ganz nett, wenn er auch nicht den geplanten Verlauf genommen hat. Wir waren in einer Institution, die irgendwo zwischen Irish Pub, Restaurant und Museum anzusiedeln ist.
Stefan hilft in dem Laden ab und an mal aus, und wollte sich nur mal schnell sein Gehalt rausholen und ein Bierchen trinken. Ich war in dem Laden zum ersten und letzten Mal vor vier Jahren, aus dem einfachen Grund, daß man dort ´ne halbe Stunde sitzt, bevor jemand kommt und einen so fragt, was man möchte, ´ne weitere halbe Stunde bis zum ersten Bier und noch weitere 2-3 Stunden bis Du denn endlich was auf´m Teller hast...
Stefan erklärte mir, daß wir nicht etwa einen schlechten Tach erwischt hätten, sondern das is da immer so...
Wenn man genug Gesprächsstoff mit seinem Gegenüber hat, lohnt es sich auch tatsächlich so lange auf die Verköstigung zu warten, denn es schmeckt wirklich ziemlich gut.
Wie auch immer. Also gestern war es denn so, daß der Wirt (ein staatlich-geprüfter Schauspieler der Schauspielschule München in den knospenden Fünfzigern, der der Liebe wegen das Rampenlicht mit dem diffusen Schein der Kerzen in diesem durchschnittlichen Etablissement tauschte) wohl wieder mal in den tiefsten Depressionen steckte, weil die Trennung mit der oben genannten Angetrauten noch im Vollzug begriffen ist. Stefan kannte die Geschichte schon, ich kenn sie jetzt auch. Man sollte denken, ein depressiver Wirt ist geschäftsschädigend, aber im Gegenteil. Damit er Dich nicht mit in seine Depressionen reist, bestellst Du automatisch ein Bier nach´m anderen...
Wir haben dann auch noch was zu essen bestellt, und ihn damit gezwungen wenigstens ab und an mal in die Küche zu verschwinden.
Das Essen war aber hervorragend, kam sogar relativ prompt und bestand zu 50% aus Brot, Gemüse und Käse. Die anderen 50% war Knoblauch. Lecker. Aber als ich heute bei Schlecker war, hätte mir die Verkäuferin die Kaugummis wohl auch ohne Geld gegeben... Hölle nochmal.

Heute waren wir noch im Kino. "Packt der Wölfe" oder so ähnlich. Weiß nicht, wie ich den Beschreiben soll. Irgendwie der Versuch, alles in einem Film unterzubringen. Eine Mischung aus "Der Name der Rose", "Sleepy Hollow", "Romeo und Julia", "Der letzte Mohikaner", "Der mit dem Wolf tanzt" und "American Fighter"... Und vielleicht noch ein bißchen "Terminator" und "Die purpurnen Flüsse"...
Nicht wirklich schlecht. Aber manchmal passte es nicht so ganz zusammen. Die Geräuschkulisse eines Videospiels ala "Streetfighter" und die Kameraführung ala "Matrix", harmonierte nicht so recht mit der Umgebung zu Zeiten der französischen Revulotion. Auch das Ende war im groben eigentlich voraussagbar. Alles im allem aber akzeptabel, wenn man mal vom Preis absieht...

Ich stink immer noch nach Knoblauch.

Dienstag, März 05, 2002

Heute wieder eine Menge Spaß gehabt auf der Arbeit. Ein Patient, recht junger Bursche um die 20, hatte sich vor geraumer Zeit mit einer Kreissäge und beinahe chirurgischer Präzision in die linke Kniescheibe geschnitten. Und diese wurde mit eben solcher Präzision teilentfernt. Mittwoch sollte der Gute dann entlassen werden. Das dauerte ihm aber zu lang, und aus purer Langeweile hat er denn heute nacht einen Kneipenbummel durch Hamburg-Bergedorf gemacht.
Wäre vielleicht gar nicht aufgefallen, wenn er sich nach wenigen Stunden wieder ins Bett geschlichen hätte. Aber dummerweise geriet er dann in eine Messerstecherei und wurde kurzerhand wieder in das Krankenhaus eingeliefert, wo er sowieso schon lag.
Burschi hatte natürlich kein Mitleid bei uns. Zudem kam noch, daß die in der Nacht versorgte Stichwunde am Oberschenkel mir heute morgen wieder vor die Füße blutete und der Knabe dann doch nochmal in den OP musste...
Tja, kleine Sünden... usw.
Ansonsten nix neues. Meine Mitbewohnerin wird jetzt so langsam doch noch zickig, was ich schweigend genieße. Und das ist auch wohl richtig so, denn was ist für Psychologen schlimmer, als irgendetwas nicht ausdiskutieren zu können...?

Freitag, März 01, 2002


Which Evil Criminal are You?

Ich bin zu Hause und versuche meinen freien Tag zu genießen, aber nebenan kotzt sich meine Noch-Mitbewohnerin die Seele aus dem Leib und röhrt dabei wie angeschossener Elch. Sie scheint wirklich zu leiden, und ich suche nach Spuren des Mitleids in mir. Hmm. Vergeblich.