Gestern war ich mit Stefan unterwegs. Der Abend war ganz nett, wenn er auch nicht den geplanten Verlauf genommen hat. Wir waren in einer Institution, die irgendwo zwischen Irish Pub, Restaurant und Museum anzusiedeln ist.
Stefan hilft in dem Laden ab und an mal aus, und wollte sich nur mal schnell sein Gehalt rausholen und ein Bierchen trinken. Ich war in dem Laden zum ersten und letzten Mal vor vier Jahren, aus dem einfachen Grund, daß man dort ´ne halbe Stunde sitzt, bevor jemand kommt und einen so fragt, was man möchte, ´ne weitere halbe Stunde bis zum ersten Bier und noch weitere 2-3 Stunden bis Du denn endlich was auf´m Teller hast...
Stefan erklärte mir, daß wir nicht etwa einen schlechten Tach erwischt hätten, sondern das is da immer so...
Wenn man genug Gesprächsstoff mit seinem Gegenüber hat, lohnt es sich auch tatsächlich so lange auf die Verköstigung zu warten, denn es schmeckt wirklich ziemlich gut.
Wie auch immer. Also gestern war es denn so, daß der Wirt (ein staatlich-geprüfter Schauspieler der Schauspielschule München in den knospenden Fünfzigern, der der Liebe wegen das Rampenlicht mit dem diffusen Schein der Kerzen in diesem durchschnittlichen Etablissement tauschte) wohl wieder mal in den tiefsten Depressionen steckte, weil die Trennung mit der oben genannten Angetrauten noch im Vollzug begriffen ist. Stefan kannte die Geschichte schon, ich kenn sie jetzt auch. Man sollte denken, ein depressiver Wirt ist geschäftsschädigend, aber im Gegenteil. Damit er Dich nicht mit in seine Depressionen reist, bestellst Du automatisch ein Bier nach´m anderen...
Wir haben dann auch noch was zu essen bestellt, und ihn damit gezwungen wenigstens ab und an mal in die Küche zu verschwinden.
Das Essen war aber hervorragend, kam sogar relativ prompt und bestand zu 50% aus Brot, Gemüse und Käse. Die anderen 50% war Knoblauch. Lecker. Aber als ich heute bei Schlecker war, hätte mir die Verkäuferin die Kaugummis wohl auch ohne Geld gegeben... Hölle nochmal.
Heute waren wir noch im Kino. "Packt der Wölfe" oder so ähnlich. Weiß nicht, wie ich den Beschreiben soll. Irgendwie der Versuch, alles in einem Film unterzubringen. Eine Mischung aus "Der Name der Rose", "Sleepy Hollow", "Romeo und Julia", "Der letzte Mohikaner", "Der mit dem Wolf tanzt" und "American Fighter"... Und vielleicht noch ein bißchen "Terminator" und "Die purpurnen Flüsse"...
Nicht wirklich schlecht. Aber manchmal passte es nicht so ganz zusammen. Die Geräuschkulisse eines Videospiels ala "Streetfighter" und die Kameraführung ala "Matrix", harmonierte nicht so recht mit der Umgebung zu Zeiten der französischen Revulotion. Auch das Ende war im groben eigentlich voraussagbar. Alles im allem aber akzeptabel, wenn man mal vom Preis absieht...
Ich stink immer noch nach Knoblauch.

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