Noch nie is Weihnachten so unweihnachtlich an mir vorrübergegangen, wie in diesem Jahr. Ich sage das ohne Wehmut, nein, ich habe es genossen. Geschenke gab´s trotzdem, nur später, lecker essen hatte ich auch auf der Arbeit, also das, was Weihnachten ausmacht, hatte ich so oder so, mußte mich aber dafür nicht der Familie aussetzen und/oder mich irgendwelchen Protokollen und Ritualen unterwerfen. Naja, beinahe nicht, denn als ob mein Onkel meinen Plan durchschaut hätte, kam er gestern mit der ganzen Sippe angeschlurft. Naja, man kann nicht alles haben.
Ansonsten guck ich wieder aus dem Fenster, sehe Tonnen von Schnee, der diesmal aber nicht von fiesem Regen weggespült wird.
Eigentlich hatte mich ein bißchen auf den heimischen Urlaub gefreut, aber seit spätestens Samstag abend is das auch vorbei. Wieder steht Sylvester vor der Tür und wieder wird das ein trauriges Sylvester werden, denn Joost hatte noch nie ein geiles Sylvester. Auch wenn man meinen mag, daß man in Hamburg durchaus die Möglichkeiten hat, ne geile Party auszumachen, so war mir das bisher nicht vergönnt. Mein nettestes Sylvester an das mich rückblickend erinnere war das erste mal, wo wir damals in der Villa Pahl gefetet haben. Ich war siebzehn, wurde nach Mitternacht in ein viel zu kleines Nachthemd von Maike gezwängt, war ab nächstem morgen Vegetarier und das immerhin für über 5 Jahre. Ich denke, das macht meine ganze Verzweiflung deutlich.
Das werde ich übrigens wieder machen. Morgen vielleicht noch´n Putenschnitzel und dann lass ich das auch wieder bleiben mit dem Aasfressen. Ehrlich.
Andere nehmen sich vor den heiligen Gral zu finden, aber den hab ich ja schon gesehen.
