So, bin wieder da aus Portugal. Der Urlaub war zwar nett, aber alles in allem ziemlich durchwachsen. Um alle Einzelheiten hier aufzuführen bin ich zu müde, ich erzähl nur eben das Wichtigste in groben Zügen.
Am 13.11. sind wir also in Lissabon angekommen, haben uns die ersten 2 Tage die Stadt
angeguckt, alles gut und schön. Aber da fing Simone schon an zickig zu werden, weil es ihr zu kalt war, und dann so früh aufstehen....
Also ehrlich, wir haben den Urlaub extra so offen gebucht, damit man sich genug angucken
kann und so weiter. Und wenn man eine 4 Stunden Bustour vor sich hat, da braucht man
sich nicht um zwölf aus´m Bett schälen und sich ne Stunde schminken, etc.
Da hat man nämlich nichts davon. Und das war uns eigentlich schon vorher klar.
Egal. Simone entpuppte sich als Morgenmuffel, der vor der ersten warmen Mahlzeit
mit Vorsicht zu genießen war.
Danach waren wir in Coimbra und Porto, da wars noch kälter und Simones Stimmung war gleichbleibend kühl.
Komischerweise hatte das auf meine Stimmung keinen Einfluss. Ich war merkwürdiger Weise gut gelaunt und hatte meinen Spass.
Dann gings wieder nach Lissabon für einen Stop und dann nach Lagos, an die sonnige
Algarve.
Und Simone wurde glücklich, weil hier war es warm, hier konnte Simone ausschlafen und
hier gabs Geschlechtsverkehr mit Chris aus Neuseeland, den sie sich am Strand aufgerissen
hat.
Die nächsten Tage (und Nächte) verbrachten wir weitestgehend getrennt, schad aber nix,
weil wir waren beide glücklich. Simone lag den ganzen Tag am Strand und hab mir
die Gegend angeguckt. Letzten Donnerstag wollten wir dann eigentlich nach Lissabon
zurück, aber Simone entschied sich bei der Wahl zischen Kultur und Koitus für Letzteres.
Und so fuhr ich allein nach Lissabon. Und wieder waren alle glücklich.
Am Donnerstag und Freitag hab ich mir die Gegend angeguckt und Freitag abend hab ich
mir was gesucht, um in meinen Geburtstag reinzufeiern.
Bin dann also Freitag abend durchs Bairro Alto in Lissabon durch die Kneipen gezogen,
hab hier und da ein Bierchen getrunken und stand um 12 Uhr in einer kleinen Gasse unter
einer Wäscheleine mit frisch gewaschenen, weißen Schlüpfern....
Die nächste Kneipe, noch was Kleines gegessen, einem lustigen kleinen Neger ein paar
Münzen in die Hand gedrückt, und ich war zufrieden.
Bereits um viertel vor eins machte ich mich dann langsam aber sicher auf in Richtung
Pension.
Da kam ich allerdings zunächst nicht an, weil ich von drei Männern erstens verprügelt und
zweitens beraubt wurde.
Und so saß ich zirka eine halbe Stunde später mit geprellter Schulter und großer Beuler aber
dafür ohne Geld, Ausweis, Kredit- und EC-Karte auf dem Revier und so war mein
erster Geburtstagsgratulant ein Polizist namens José Manuel Martin Mendes.
Wer kann das schon von sich behaupten?
Mein eigentlicher Geburtstag verlief dann in Ermangelung auch nur eines Pfennigs Geld
ziemlich sparsam ab.
Ich hielt Gonzalez (so hat Simone unseren Portier getauft) am nächsten Morgen also den
Polizeibericht unter die Nase. Er nickte betroffen und dann schimpften wir beide über Sozialisten, Neger und Demokratie (wenn man sämtliche Habseligkeiten und die Würde verloren hat, kann man die Ideologie auch gleich noch hinterherschmeißen...) und Gonzalez erklärte mir die Vorzüge einer Militärdiktatur.
Ich pflichtete ihm bei und so durfte ich vorerst ohne Vorauszahlung mein Quartier behalten.
Ich hungerte dann bis ich mich mit Simone getroffen habe, die mich dann bis heute durchgefüttert hat.
Das wars im Groben. Keinen Mitleid bitte.
Geh jetzt zu Bett.
