tuten-und-blasen.de

Ohne Blasen kein Tuten.

Mittwoch, September 26, 2001

23.30 Uhr, Barcelona. Nette Kneipe gefunden, wo Internet umsonst ist. Sowieso scheint das eine ganz abgefahrene Stadt zu sein. Haben aber noch nicht so viel geguckt, weil wir erst heute nachmittag angekommen sind.
In Granada waren wir noch bis Montag. In der Stadt bin ich immer wieder einem kleinen, rothaarigen, rauschebaertigen Typen mit Schottenrock begegnet, der eine Bratpfanne vor sich hertrug. Weiss nicht so recht was das bedeuten sollte, aber wenn das eine Aufforderung darstellen sollte ihm da ein paar Peseten reinzuschmeissen, dann habe ich sie nicht verstanden...
Ich war am Sonntag abend in Granada noch unterwegs und habe festgestellt, dass ich dort die bisher besten Falafel ueberhaupt gegessen habe. Und Teetrinken war ich in einer absolut arabischen Teestube. Neben mir sass ein Maedel aus Israel. Und es ist nichts explodiert.
Nach Granada waren wir in Valencia. Und dort habe ich (da staunst Du , Uke!) den heiligen Gral gefunden! Ne, ehrlich, den richtigen heiligen Gral. Und ihn zu finden war gar nicht so schwer. Der Weg dahin steht im Lonely Planet... Also die Spanier behaupten ja steif und fest, dass der wahre heilige Gral in der Kathedrale von Valencia steht. Der Papst glaubt das auch und hat das Ding auch schon gekuesst. Ich habe mir das Ding natuerlich angeguckt. Zuerst steht man im Dunkeln, aber wenn man 100 Pesetas in so eine Maschine schmeisst, geht das Licht an, damit man auch genug Licht hat, um zu fotografieren kann. Der obere Teil des Grals ist aus Holz und wohl der ürspruenglich alte Teil. Das ganze Goldgehaenge unten dran ist erst nachträglich angebracht worden (spätestens nach Indiana Jones hätte ich das auch gesagt...). Egal, so mies wie das Ding dort vermarktet worden ist, hoffe ich fast ein bißchen, dass Mad John der Ware Hueter des heiligen Grals ist.... Ich glaub ja auch nicht dran, aber der Papst is ja nicht totzukriegen, was ja immer ein Indiz fuer die Echtheit wäre...
Egal, nun sind wir in Barcelona. Anfaenglich hatten wir ein paar Schwierigkeiten eine Unterkunft zu finden. Das Erstbeste, was der Lonely Planet vorschlug: "Youth Hostel Kabul"... Neeneenee, das wollten wir dann doch nicht... Jetzt sind wir in einer anderen Herberge mit einem grantigen Japaner als Portier untergekommen. Pearl Habour is ja schon laenger her...

Samstag, September 22, 2001

Lise hat mir eine E-Mail geschrieben. Wie ich denn nur "zu dieser Zeit" Urlaub machen koennte. Wo doch bald die Araber kommen. Ich sach nur, dass ich lieber hier bin, als zu Hause, wo in der heimischen Disko angeblich Schweigeminuten abgehalten werden... Ich hab auch keine Angst, dass die Araber nach Spanien kommen. Die waren ja schon hier, und haben sogar eine Menge huebscher Gebaeude hinterlassen. Das dumme is nur, dass man fast 1000 Jahre gebraucht hat, um sie wieder loszuwerden....

Es regnet in Stroemen und so sitze ich jetzt in Granada im Internetcafe und nutze die Gelegenheit mal den neuesten Stand der Dinge mitzuteilen.
Erstmal mussten wir uns am Mittwoch abend noch uebel von einem britischen Penner anpoebeln lassen. Wir sassen ganz unschuldig auf ein Bank in Sevilla, als er um die Ecke kam und uns so eine von den ueblich Stories auftischte, von wegen er waer ja beklaut worden und haette keine Kohle und son Kohldampf und seit Tagen nix mehr zwischend die Zaehne gekriegt. Ganz ruehrselig, passte allerdings nicht ganz zu seiner Alkoholfahne. "Give me some Money. I can paint you if yopu want. I´m a artist!..." Kuenstler. Soso. Soviele verkappte Kuenstler wie ich in meinem Bekanntenkreis habe, beunruhigt mich das ein wenig... Meine Position war da ganz klar, und ich wollte ihm kein Geld geben, so dass er dann ploetzlich agressiv wurde ziemlich ausfallend. Ich war nun gar nicht in der Stimmung mir das gefallen zu lassen, denn schliesslich war ich ja nicht Schuld an seiner Misere. Und so erstaunte ich Markus und wohl auch ein wenig mich selbst, ueber was fuer einen ueberaus weitreichenden Wortschatz an englischen Schimpfwoertern ich verfuegte.... Der Brite versprach mir boeseste Alptraume und sagte, ich solle mich hueten, denn er koenne zur richtigen ´Fotze´ werden. Ich sagte ihm, dass er das wohl schon sei und beendete die Diskussion.
However, am naechsten Tag ging es nach Malaga. Endlich mal ein bisschen im Mittelmeer zwischen Plastiktueten und anderem Strandgut liegen.
Am Strand fing Markus dann auch auf seine bekannt unverfaengliche Art ein deutsches Maedel anzulabern. Markus, Markus, Markus... Ich weiss nicht, aber Markus´ Geschmack beim anderen Geschlecht ist arg bizarr. Sie vereinte quasi alles, was mich an einer Frau abstoesst. Sie hatte so eine unangenehme extrovertierte Art, neureiches degeneriertes Wohlstandskind, Pseudointelektuell, dazu ein wenig ansprechendes Aeusseres, auf dem Weg BWL zu studieren und Schwaebin. Hossa. Es bedurfte am folgenden Samstag abend, an dem wir dann zu dritt durch Malagas Strassen gezogen sind einer Menge Alkohol, um das alles mit einigermassen Humor durchzustehen. Selbst Markus hatte da schon eingesehen, dass die Gute nicht der Renner ist, aber er verfuegt fuer einen Psychologiestudenten ueber eine erstaunlich stark ausgebremste Menschenkenntnis. Und so wurden am Ende gottseidank keine Zaertlichkeiten sondern nur E-Mailadressen ausgetauscht.
Gutgut, jetzt sind wir also in Granada, laut Paula einer der schoensten Staedte ueberhaupt. Noch koennen wir das nicht finden, aber das mag noch kommen.

Dienstag, September 18, 2001

So, es ist gleich 21 Uhr hier in Sevilla im spanischen Andalusien. Also kann man gleich endlich Essen gehen. Vorher gibt es in diesem Land ja nix. Naja, vielleicht schon, aber man ist ja nicht nur Tourist und will um halb fuenf sein Wiener Schnitzel mit Fritten, sondern man ist ja auch ein bisschen Botschafter seines eigenen Landes und passt sich dann auch schon mal den abstrusen Essensgewohnheiten seines Gastgeberlandes an. Fruehstueck ist hier quasi nicht existent, Mittagessen gibt es erst um 3 und so ab neun Uhr abends soll man die fette Hauptmahlzeit einnehmen, die mir neben Markus' Geschnarche dann schwer-im-magen-liegend den Schlaf raubt. Aber hey.
Was bisher geschah... Freitag sind wir wie geplant in Madrid angekommen und von Paula abgeholt worden. Sie hat eine schoene Eigentumswohnung in der Naehe des Madrider Zentrums. Samstag haben wir Madrid zu Fuss erkundet und abends waren wir mit ungefaehr 14 spanischen Maedels Salza tanzen. (Temmo, das haette fuer ein spanisches Jahr gereicht!). Die gemeine Spanierin ist ja grundsaetzlich auch wirklich huebsch, und da stoert die im allgemeinen zu lange Nase und das auffaellig gebaerfreudige Becken auch kaum. Habe Paula ueber diese Beobachtung befragt und Schlaege bekommen. Wurde aber darueber aufgeklaert, dass man die breiten Hueften zum Salza tanzen braucht. Gutgut, nach langer Tanznacht waren wir am Sonntag Dali, Miro und Picasso besuchen.
Gestern warn wir in Cordoba und seit heute in Sevilla. Wir werden hier wahrscheinlich bis Donnerstag bleiben und dann endlich mal ans Meer fahren. Heute nacht teilen wir unser Jugendherbergszimmer mit einem Ami. Werden uns als Araber verkleiden und laut irgendwelche Bombenplaene schmieden, ich denke dann haben wir unsere Ruhe.... (Pfui....)

Donnerstag, September 13, 2001

War heute mit Uke in Leer und wollte mir schicke Unterwäsche kaufen. Was eigentlich los mit dieser Stadt? Samstags abend is tote Hose, wenn ich nicht grade mal auf dem Parkplatz vom Emspark den Schalk im Darm habe, Unterhosen für normale Menschen meines Alters sind zu normalen Preisen nicht aufzufinden und Döner essen kann man auch nirgendwo mehr vernünftig.
War also alles in allem nicht der volle Erfolg, aber diesmal is nichtmal Uke Schuld
Habe Verona Wohlgemuth in der Stadt gesehen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, ist aber immerhin eine Bemerkung Wert. Und Huessi habe ich auf´m Klo von einer Bekannten von Uke gesehen. Tse, saß da rum und hat ´nen Schrank zusammengebaut. Gerdi war auch in der Stadt. Tja, die Welt is klein, wenn man in Leer ist.
Eigentlich war ja für meinen morgigen Abflug nach Madrid alles klar, aber die familiäre Vorbelastung für Senilität macht auch vor mir nicht halt. Ich habe meinen Rucksack wohl in Hamburg vergessen, so daß ich jetzt noch nicht recht weiß, worin ich meine Sachen verstauen soll. Aber das wird auch schon klappen. So, wie auch immer, ich mache zunächst Schluß, was mein Tagebuch betrifft. Mal sehen, ob ich in Spanien dazu komme erwähnenswerte Ereignisse zwischendurch mal zu puplizieren.

Guck gerade aus dem Fenster in meinem Zimmer in Ostfriesland und sehe wie die siebzigjährige Nachbarin wie immer ihre Fleisch- und Wurstwaren beim fahrenden Schlachter auf der Straße kauft. Hier ist die Welt noch in Ordnung.

Mittwoch, September 12, 2001

Terror regiert die Welt, und mir dreht sich bei den neuesten Fernsehbildern immer wieder der Magen um. Gestern sprach ich davon, nicht wirklich geschockt gewesen zu sein, aber anders läßt sich das wohl kaum umschreiben. Meine Urlaubsstimmung ist etwas gedrückt, aber ich denke, ich bin ganz froh mal für ein paar Tage hier rauszukommen.
Überall spricht man von Terror und Bomben und heute wurde auch mein Leben zumindest für eine halbe Stunde von einer Bombe bestimmt. Es war aber nur ein Blindgänger aus dem letzten Weltkrieg, der heute abend im Bereich der A1 entschärft wurde und dafür sorgte, daß die Autobahn vollgesperrt war und
ich dort ein wenig warten mußte.
In ganz Deutschland wird in Gottesdiensten und Kundgebungen Solidarität und Mitgefühl mit Amerika gezeigt, aber diese Massenverarbeitung is ja nichts für mich. Die einzige Art und Weise, wie ich heute Amerika unterstützt habe: ich habe bei McDonalds gegessen.

Dienstag, September 11, 2001

Heute ist so ein Tag, wo man sich vielleicht in ein paar Jahren fragt, wo man sich denn zu der Zeit aufgehalten hat, als man davon erfahren hat. Ich war auf der Arbeit und in einem Patientenzimmer liefen gerade die Bilder von einem brennenden oder vielmehr brennenden Resten des New Yorker World Trade Centers. Ich kann nicht sagen, daß ich wirklich geschockt bin oder wurde, aber man ist beeindruckt, und ich denke man wird den Tag sicherlich irgendwie in Erinnerung behalten, wie ältere Generationen vielleicht den Tag der Mondlandung oder des Kennedy-Attentates. Meine Generation hat da vielleicht den Unfall von Prinzessin Diana oder den Ausbruch des Golfkrieges im Kopf.
Sonst gibt es eigentlich nix zu berichten, außer das meine Mitbewohnerin Verdacht bezüglich meiner Auszugspläne geschöpft hat, die ich aber der Einfachheit halber erstmal dementiert habe.
Und meine Tickets sind angekommen; am Freitag gehts ab nach Madrid!

Montag, September 10, 2001

Ich bin heute mit dem Zug von Leer nach Hamburg gefahren. Eigentlich war das gar nicht spannend, aber von Bremen bis Hamburg saß so ein komischer Kauz neben mir. So ca. mein alter, eher etwas jünger, mit einer Frisur die ich irgendwo zwischen den Beatles und Christian Abt ansiedeln würde, puhlte er nach ein paar Minuten fahrt eine Bücherreiausgabe von "Siegfried Lenz: Exerzierplatz" raus, konnte sich aber nur für ungefähr 2 Seiten konzentrieren.
Dann fing er zu meinem Ärger mit der linken Hand (daher konnte ich so schlecht sehen, weil sein Arm immer davor war) einen Liebesbrief zu schreiben. Auf total unerotischem Papier und dann noch mit einer verdammten Sauklaue, die kein bißchen nach Liebe aussah. Auf jeden Fall ging das irgendwie so: "Lieber Schatzi! Während Du in der Schule schmorst, sitze ich im IC von Bremen nach Strahlsund und denke an Dich." Das kam recht flüssig, und dann war vorbei mit dem Geiteserguß.
Minutenlang passierte nix. Na schönen Dank, schon wieder so´n pseudointellektueller pädophiler Zonie... Vielleicht fühlte er sich auch durch mich gehemmt, weil ich doch immer echt offensichtlich auf sein Blatt stierte. Als er es denn endlich weiterführen wollte, mußte ich leider aussteigen. Ich hab nur noch mitbekommen, daß er dann in die nachdenklich-philosophische Schiene wechselte, wo er irgendwas davon faselte, daß er es immer komisch findet, dichgedrängt mit anderen Menschen in Zügen und Flugzeugen zu sitzen, und man sich gar nicht mit den Nachbarn unterhält und blabla... Wenn Du willst, daß man mit Dir redet, leg Dir ne andere Frisur zu.

Anschließend hatte ich noch Spätdienst. Der war auch nicht so spannend, weil das sind Spätdienste eigentlich nie. An Neuaufnahmen war das spannenste noch ein Opfer einer Messerstecherei.

Eine nicht unhübsche Patientin meines Alters bekam eine Infusion mit Schmerzmitteln, die am Abend abgesetzt werden sollte, weil sie das Zeug dann in Tablettenform zu sich nehmen sollte. Und ich sachte zu ihr: "Das stöpseln wir dann nachher ab, damit wir einen schönen, sanften Übergang hinbekommen...." Und sie sacht: "Huiii! Das hört sich ja romantisch an, ´sanfter Übergang´, müssen wir dafür das Licht ausmachen, oder geht das so...?" Würde ich mir ja normalerweise was drauf einbilden, aber die Gute hatte dann doch vor kurzer Zeit ein Schädelhirntrauma, das Schmerzmittel dröhnt auch ganz gut und außerdem saß die Mutter an der anderen Bettkannte. Aber hey.

Das Teetrinken bei Uke war tatsächlich der Höhepunkt des Wochenendes, auch wenn wir hauptsächlich über unsere allfünfjährlichen Parteigründungsideen philosophiert haben. Achja, und wir sind meinen Abijahrgang durchgegangen, und zu dem Schluß gekommen, daß es verflucht wenig Leute zu was gebracht haben. Außer vielleicht Kubo, der jetzt Flugzeuge bei der Lufthansa fliegt, und mir das Fliegen mit Chile-Air und dem Lamafleisch doch schmackhafter macht....
Wie auch immer, ich überlege gerade, wer wohl Bürgermeister in Leer geworden ist.

Sonntag, September 09, 2001

Und wieder so ein vergeudeter Sonntag, wie ich schon so viele in meinem kurzen Leben hinter mich gebracht habe, verspricht ohne weitere interessante Vorkommnisse zu Ende zu gehen. Ich geh gleich noch eben zu Uke Tee trinken, was trauriger Weise wahrscheinlich den Höhepunkt des ganzen Wochenendes darstellen wird. Aber wie sollte es in Ostfriesland auch anders aussehen?
Es fing ja schon damit an, daß ich Freitag bei strömenden Regen mit dem Motorrad von Hamburg nach Ostfriesland gefahren bin. Ich habe die ganze Fahrt über die Blicke der Autofahrer in ihren beheizten, trockenen Kisten gespürt, die dachten: "Dieser arme irre..." und ich dachte auf den ersten 500 Metern, "Ha, durch die Lederklamotten geht kein Tropfen!", was auch stimmte, denn durch die Hose und die Jacke ging tatsächlich nix, aber das nützt gar nichts, wenn man nur normale Turnschuhe anhat, die ja nach ca. 10 Sekunden total durch waren. Und die Kälte der nassen Füsse kriecht dann auch schnell nach oben. Somit schlief ich denn abends auch fix auf dem Sofa ein, was mich zwar das Leeraner Stadtfest im Regen aber wahrscheinlich auch eine dicke Erkältung verpassen ließ.
Gestern war meine Cousine kurz zu Besuch. Als ich zehn war, wollte ich sie unbedingt heiraten. Die Pläne habe ich mitlerweile fallen lassen, den sie ist schon verheiratet und hat 2 Kinder. Wie auch immer, der Besuch war nur kurz, aber ziemlich witzig, denn wir haben alle zusammen über meinen Vater hergezogen, der sich mal wieder ein neues Leiden zugezogen hat. Neben kaputten Knien und Schultern, hat er jetzt auch noch Gürtelrose am Kopf. Irgendwie hat jeder Besuch bei meinen Eltern etwas Tragikomisches. Meine senile Oma sitzt im Rollstuhl und summt den ganzen Tag etwas zwischen "Lobet den Herrn" und "Wir lagen vor Madagaskar", mein Vater läuft ächzend und schmerzgeplagt durchs Haus und meine Mutter steht mit einem ganz bizarren Humor über all diesen Dingen. Wenn ich Pech habe ist dann auch noch mein 2jähriger Neffe zu Besuch und sagt, wenn ich ihn einmal schief angucke, daß doch lieber wieder nach Hamburg fahren sollte und ich denk dann, recht hat er.
Und ich liebe sie doch alle. Den ganzen senilen, verkrüppelten Haufen....

Donnerstag, September 06, 2001

Ich habe soeben einen Flug nach Madrid gebucht. Und auch einen für wieder zurück. Nächste Woche gehts ab. War zwar nicht so teuer (immer noch teuer genug), aber dafür is es auch eine chilenische Fluggesellschaft. Muß ja nix heißen, aber wahrscheinlich gibts da Lamafleisch zum Abendessen oder sowas. Wird schon gut gehen.
Hab heute wieder Badminton gespielt. "Betriebssport" schimpft sich das ganze und findet in der Sporthalle meines Arbeitgebers statt. Heute gings gegen den Oberarzt. Der kam so dazu, war allso nicht gewollt, aber verflixt, der hat uns ganz schön platt gemacht.
Selbst im Betriebssport scheucht der noch seine Untergebenen.
Verflucht, wenn man so zurückliest, dann steht hier auch ein langweiliger Mist.
Aber ich hab Euch ja gewarnt.


Mittwoch, September 05, 2001

Ich war heute beim Friseur und anschließend an der Elbe, um mit der neuen Frisur intellektuelle, bücherlesende, einsame Studentinnen beeindrucken, die sich da meist zu Hauf tummeln. Aber nix. Erstens hat die Friseurin mich total verschnitten (versteh nicht warum sich das Gerücht so wacker hält, daß Friseurinnen nur gut fürs Haare schneiden und fürs Bett sind. Vielleicht stimmt ja dann wenigstens das eine....) Zweitens waren intellektuelle Studentinnen heute aus und drittens haben mir 2 besoffene Typen die Show gestohlen. Beide waren ziemlich stramm und einer war nackt. Beide hatten natürlich einen Körperbau, der absolut nichts für Ästheten darstellte. Ich weiß nicht was lustiger war. Die beiden Typen selbst, oder die Kommentare der Leute, die den Genuß ihres Feierabendbieres durch den Anblick geschmälert sahen.
Ich fand die beiden höchst amüsant. Ich bin nur fast blind geworden, als eine ca. 70jährige Frau mit hautengen Hotpants vorbeimaschierte...
Ein kleiner Junge baute ein paar Meter eine Sandburg. Nun rannten da immer ziemlich viele Leute rum, und er kriegte immer so einen panischen Gesichtsausdruck, wenn seine Burg Gefahr lief zertrampelt zu werden. Er machte mir ein bißchen Angst, denn er sah dann aus wie Oskar aus der "Blechtrommel"....
Dann war ich noch bei Burgerking. Da fiel mir eine dicke Inderin auf, die dort Tablets wegräumte und ich fragte mich, ob indische Männer ihren Frauen auch ab und an Rosen mitbringen, und dann dachte ich mir, daß sie das wahrscheinlich ziemlich oft tun, denn sie verkaufen ja nicht immer alle....

Montag, September 03, 2001

Aus den Nachtdiensten bleibt nur die Erkenntnis, daß auch um 4 Uhr morgens das deutsche Fernsehprogramm zu wünschen übrig läßt, und das man um 5 Uhr die Auswahl zwischen Teletubbies und nackigen sich räckelnden Frauen hat.
Heute nachmittag habe ich Badminton mit einer Arbeitskollegin gespielt und bin was meine Ausdauer und mein Talent für diese Sportart betrifft ziemlich desillusioniert worden. Hölle, das wird ein Muskelkater werden....
Die letzten Tage bieten also kaum erwähnenswertes, bis auf vielleicht eines: meine Mitbewohnerin ist plötzlich ganz freundlich zu mir. Gut, natürlich fehlt hier jetzt die Vorgeschichte, aber kurz und knapp, das Verhältnis zwischen uns war in letzter Zeit ziemlich....mau. Jetzt ist sie wieder ganz freundlich und nett, bringt mir Obst ans Sofa, will mit mir kochen, usw. Hmmm. Sie will bestimmt mehr Miete....

Sonntag, September 02, 2001

Heute hab ich den ganzen Tag im Bett verbracht. Ehrlich. Sonst nix.

Samstag, September 01, 2001

So, der Erste von meinen 3 Nachtdiensten ist ohne nennenswerte Ereignisse überstanden. Boh, war das langweilig. Wir haben nur einen Typen aufgenommen, dem bei der Arbeit ne Platte auf den Fuß gefallen war. Es tat ihm wohl etwas weh, aber er hatte ja auch dicke Arbeitsschuhe an und hat also noch ein paar Stunden weitergearbeitet. Als er bei Schichtende die Schuhe ausgezogen hat, hingen seine Zehen nur noch an ein paar Hautfetzen am Fuß. Jetzt hat er 3 Zehen und einen Mittelfußknochen weniger. Sowas gibt es auch nur in Deutschland. Sich 3 Zehen amputieren, aber erstmal die Schicht zu ende arbeiten.
Nun denn. Kurz vor Ladenschluß war ich noch ehm bei Minimal. Jeden Samstag das gleiche. Da steht man Ewigkeiten in der Schlange; nicht etwa weil es so voll ist, sondern weil eine ganze Horde Omis in orthopädischen Schuhen, die ja eigentlich auch in der Woche genügend Zeit haben, ausgerechnet Samstag mittags ihre Palette Whiskas kaufen müssen, und von dem unverwüstlichen Drang beseelt das Geld mit den gichtgekrümmten Fingern passend aus der viel zu kleinen Geldbörse zu puhlen den Rest der Schlange in den Wahnsinn treiben....
Aber nicht mich. Ich mag unsere älteren Mitbürger sehr gern und freue mich wie ein Verrückter auf die Samstage nach der Euroumstellung.
Achja, Temmo hat Geburtstag heute. Hat sich beschwert, daß er nie beleidigt wird. Versteh ich nicht, er hat es doch auch so schon schwer genug.