Es regnet in Stroemen und so sitze ich jetzt in Granada im Internetcafe und nutze die Gelegenheit mal den neuesten Stand der Dinge mitzuteilen.
Erstmal mussten wir uns am Mittwoch abend noch uebel von einem britischen Penner anpoebeln lassen. Wir sassen ganz unschuldig auf ein Bank in Sevilla, als er um die Ecke kam und uns so eine von den ueblich Stories auftischte, von wegen er waer ja beklaut worden und haette keine Kohle und son Kohldampf und seit Tagen nix mehr zwischend die Zaehne gekriegt. Ganz ruehrselig, passte allerdings nicht ganz zu seiner Alkoholfahne. "Give me some Money. I can paint you if yopu want. I´m a artist!..." Kuenstler. Soso. Soviele verkappte Kuenstler wie ich in meinem Bekanntenkreis habe, beunruhigt mich das ein wenig... Meine Position war da ganz klar, und ich wollte ihm kein Geld geben, so dass er dann ploetzlich agressiv wurde ziemlich ausfallend. Ich war nun gar nicht in der Stimmung mir das gefallen zu lassen, denn schliesslich war ich ja nicht Schuld an seiner Misere. Und so erstaunte ich Markus und wohl auch ein wenig mich selbst, ueber was fuer einen ueberaus weitreichenden Wortschatz an englischen Schimpfwoertern ich verfuegte.... Der Brite versprach mir boeseste Alptraume und sagte, ich solle mich hueten, denn er koenne zur richtigen ´Fotze´ werden. Ich sagte ihm, dass er das wohl schon sei und beendete die Diskussion.
However, am naechsten Tag ging es nach Malaga. Endlich mal ein bisschen im Mittelmeer zwischen Plastiktueten und anderem Strandgut liegen.
Am Strand fing Markus dann auch auf seine bekannt unverfaengliche Art ein deutsches Maedel anzulabern. Markus, Markus, Markus... Ich weiss nicht, aber Markus´ Geschmack beim anderen Geschlecht ist arg bizarr. Sie vereinte quasi alles, was mich an einer Frau abstoesst. Sie hatte so eine unangenehme extrovertierte Art, neureiches degeneriertes Wohlstandskind, Pseudointelektuell, dazu ein wenig ansprechendes Aeusseres, auf dem Weg BWL zu studieren und Schwaebin. Hossa. Es bedurfte am folgenden Samstag abend, an dem wir dann zu dritt durch Malagas Strassen gezogen sind einer Menge Alkohol, um das alles mit einigermassen Humor durchzustehen. Selbst Markus hatte da schon eingesehen, dass die Gute nicht der Renner ist, aber er verfuegt fuer einen Psychologiestudenten ueber eine erstaunlich stark ausgebremste Menschenkenntnis. Und so wurden am Ende gottseidank keine Zaertlichkeiten sondern nur E-Mailadressen ausgetauscht.
Gutgut, jetzt sind wir also in Granada, laut Paula einer der schoensten Staedte ueberhaupt. Noch koennen wir das nicht finden, aber das mag noch kommen.

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